Blindprägung

Blindprägung

Inhaltsverzeichnis

Unter einer Blindprägung, oder auch genannt Blindpressung / Blinddruck versteht man im Allgemeinen das Einprägen von Mustern, Logos, Motiven oder Schriftzügen auf unterschiedlichen Materialien wie Leder, Leinen oder Papier. Die Blindprägung zeichnet sich dadurch aus, dass diese ohne Farbe eingeprägt wird und zumeist eine zum prägenden Material farblich entsprechende Ebene hinterlässt.

Geschichte der Blindprägung

Die Blindprägung gilt als die wohl älteste Form der Oberflächenverzierung. Bereits aus der Spätantike sind blindgeprägte Einbände erhalten. Zu den ältesten bekannten Exemplaren zählt etwa der Kodex II von Nag Hammadi. In Europa ist die Blindprägung wohl erstmals um 700 n. Chr. aufgetaucht und galt lange Zeit als die häufigste Art der Oberflächenverzierung und blieb dies auch weit bis in die Renaissance. Heute kommt die Blindprägung insbesondere in den Bereichen der hochwertigen Feinkartonagen, Ringordner, Mappen oder Notizbücher zum Einsatz.

Funktionsweise der Blindprägung

Für die Erstellung einer Blindprägung wird der sogenannte Prägestempel auf ca. 80 bis 90 °C erhitzt. Der Prägestempel wird dabei mit dem zu prägenden Motiv angefertigt und wird zumeist aus Messing hergestellt.

Elementar ist dabei die genaue Abstimmung und Überprüfung der Temperatur. Bei zu großer Hitze kann das Prägematerial verbrennen oder gar durchschnitten werden. Bei der Bestimmung der richtigen Temperatur ist dabei insbesondere auch das Einbandmaterial entscheidend, da Materialien oftmals unterschiedlich auf Hitzeeinwirkungen reagieren. Anschließend wird unter gleichbleibendem Druck der Prägestempel in das Prägematerial gedrückt. Durch das Zusammenspiel von Temperatur und Feuchte entsteht dabei eine der Prägematerialfarbe entsprechende Färbung der geprägten Stellen.

Einsatzmöglichkeiten der Blindprägung

Blindprägungen kommen zumeist als Veredelung für hochwertige Präsentationsprodukte zum Einsatz. Ob nun ein Logo, ein Slogan oder ein Motiv auf ein Einbandmaterial geprägt werden soll spielt keine Rolle: die Blindprägung erzielt immer einen sehr dezenten Eindruck und hinterlässt eine interessant fühlbare haptische Ebene. Insbesondere bei aus Leder gefertigten Produkten wie Schmuckschachteln, Vertragsmappen oder Notizbüchern erzielt die Blindprägung ansprechende Effekte und setzt ein Logo oder Schriftzug interessant in Szene. Auch im Zusammenspiel mit anderen Veredelungen wie Lackierungen, Heißfolienprägungen oder Gravuren können einzigartige Kombinationen entstehen.

Weitere Artikel